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Yama - Verhaltensregel
Yama ist die erste Stufe des Raja Yoga nach Patanjali und beschreibt Verhaltensregeln für den Umgang mit anderen. Insgesamt werden fünf Yamas beschrieben: Ahimsa, Satya, Asteya, Brahmacharya und Aprigraha.
1. Ahimsa - Gewaltlosigkeit
Unter Ahimsa versteht man gemeinhin mehr als nur die Abwesenheit von Gewalt. Ahimsa bedeutet auch Freundlichkeit, Zugewandtheit und Rücksichtnahme gegenüber allen Lebewesen und sich selbst. Gewaltlosigkeit bedeutet allerdings nicht, dass man sich im Angriffsfall nicht verteidigen darf. Im Sinne des Raja Yoga ist Ahimsa auch keine übersteigerte Enthaltung vom Töten auch noch so kleiner Tiere. Es ist einem Yogi durchaus möglich, einen Garten umzugraben, selbst wenn dabei kleine Tiere wie z.B. Würmer zu Tode kommen würden. Ahimsa betrifft auch Gedanken, Worte und Taten. Das bedeutet, dass man nicht negativ über jemanden sprechen oder denken soll, da dies eine schädigende Wirkung für den Betroffenen selbst haben würde.
Ahimsa beinhaltet vegetarische Ernährung (nicht töten) und ist sozusagen die Grundlage für eine erfolgreiche Yogapraxis: hier steht die Entwicklung der seelischen Fähigkeiten im Vordergrund. Gewalt aufzugeben, beruht auf der Erkenntnis der gemeinsamen Wurzeln und Einheit, und ist zuletzt auch ein Anerkennen des eigene Sein und des Lebensprinzips überhaupt.
Fortgeschrittene Yogis können enorme psychische Fähigkeiten erlangen. Ein Yogi, der nicht in Ahimsa gefestigt ist, wäre für sich und andere ein großes Risiko.
2. Satya - Wahrhaftigkeit oder Wahrheit
Gemeint ist, in Worten, Taten und Gedanken wahrhaftig zu sein und stets die Wahrheit zu sagen. Das bedeutet auch, sich nicht selbst zu belügen und sich ggf. auch unangenehme Dinge einzugestehen, z.B. eigene Fehler. Jedoch erfordert Satya einen differenzierten Umgang. Es ist nicht in jeder Situation klug die Wahrheit zu sagen, da sie andere verletzen könnte. Satya bedeutet auch zu bedenken, was wir sagen, wie wir es sagen und auf welche Weise es jemanden treffen kann. Ein bewusster Umgang mit Worten also, der beinhaltet, dass es manchmal klüger ist, zu schweigen.
3. Asteya – Nicht-Stehlen
Asteya bezieht sich nicht nur auf materielle Dinge, sondern beispielsweise auch auf geistiges Eigentum: man soll sich nicht mit "fremden Federn schmücken". Asteya bezieht sich auch auf das unrechtmäßigen an-sich-nehmen für einen begrenzten Zeitraum– oder Dinge über die Zeit, die der Besitzer gebilligt hat, zu nutzen.
4. Brahmacharya - Bewegung hin zum Wesentlichen
Brahmacarya ist die "Bewegung auf das Wesentliche hin" und wird in manchen Schulen des Yoga als sexuelle Enthaltsamkeit interpretiert. Es ist damit gemeint, dass man sein Leben und seine Beziehungen so gestaltet, dass sie das Streben nach Weisheit dienen und dem Verständnis der höchsten Wahrheit förderlich sind. Es geht nicht um ein asketisches Leben in dem sinnliche Vergnügen untersagt sind - Man sollte nur darauf achten, sich nicht in Sinnesfreuden zu verlieren, sich nicht durch sie beherrschen lassen und dabei die Ausrichtung auf das Wesentliche zu verlieren.
5. Aparigraha - Nicht-Begehren
Parigraha ist das Begehren von Sinnesobjekte oder die Gier, Sinnesobjekte besitzen zu wollen um sich an ihnen zu erfreuen. Aparigraha ist das Gegenteil von Parigraha. Es ist die Abwesenheit des Verlangens zu Besitzen und sich an Objekten zu erfreuen. Es ist ein geistiger Zustand, in dem die sinnliche Begierde tot ist.
Begehren führt zum Bemühen, Dinge zu erhalten und somit zu Angst vor Verlust und Sorge im Verlust, zu Hass, Ärger, Unaufrichtigkeit, Stehlen, Kummer, Sorge und Verzweiflung. Aparigraha - Nicht-Begehren macht all diesen Fehlern ein Ende und verleiht Frieden, Zufriedenheit und Genugtuung.
Die anderen sieben Stufen des Raja Yoga sind Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi.
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