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Pranayama - Atemführung
Prana: Lebensenergie Yama: Beherrschung
Pranayama: Atemführung / Beherrschung der Lebensenergie
Pran: erste Einheit Ayam: Expansion Atma: Seele
Pranayama ist bewusste Regulierung und Vertiefung der Atmung durch Achtsamkeit und beständiges Üben. Da die Atmung Träger der Lebensenergie ist, kann Prana auch mit „Atem“ übersetzt werden. Durch eine bewusste Konzentration auf die Vorgänge der Atmung und spezielle Atemtechniken können die Prozesse des Bewusstseins beeinflusst werden.
Die grundlegende und erste Verbindung zum Göttlichen nach dem Durchtrennen der Nabelschnur ist der Atem. Vom ersten Atemzug bis zum Tod sind wir über den Atem mit Allem was ist, verbunden.
Wenn bei der Geburt die Nabelschnur aufhört zu pumpen wird die Verbindung zur Mutter getrennt, es kommt zu einer Art Schock.
Über den ersten Atemzug entsteht die Einheit mit dem Kosmos, die erste Verbindung durch die Luft.
Das Gefühl der Trennung hängt eng zusammen mit dem Gefühl der Einheit und ist an den Atem gekoppelt, wir erleben so Geburt und Tod mit jedem Atemzug.
Sämtliche emotionalen Zustände (Angst etc.) sind verbunden mit dem Atem, folglich kann man diese durch den Atem auch heilen.
Durch tiefen Atem können bspw. Traumata bzw. emotionale Blockaden gelöst werden und ein gesunder Energiefluss erzielt bzw. wird aufrecht erhalten.
Langer, tiefer Atem
Die einfachste und fundamentalste der Yoga Atemtechniken ist langes, tiefes Atmen. Wir haben in unserem Kulturkreis die Angewohnheit, unregelmäßig und oberflächlich zu atmen. Das führt zu einer gefühlsbetonten Lebenseinstellung ( emotionales up and down), zu chronischen Verspannungen und schwachen Nerven.
Die Lunge ist das größte Organ im menschlichen Körper. Sie kann auf ein Volumen von bis zu 5 l erweitert werden. Normalerweise nutzen wir vielleicht 0,6–0,7 l dieser Kapazität.
Durch gezielte Atemführung und beständiges Üben können wir unsere Lungenkapazität beständig erweitern.
Beim langen tiefen Atmen atmet man in den Bauch ein, indem man zunächst den Bauch völlig entspannt. Dann füllt man auch den mittleren Teil der Lungen und weitet dabei Brust und Rippen. Als letztes füllt man auch den oberen Teil der Lungen mit Luft, wobei sich das Brustbein leicht hebt. Beim Ausatmen lässt man aus dem oberen Teil der Lungen die Luft heraus, so dass sich das Brustbein senkt. Dann lässt man auch die Luft aus dem mittleren Teil der Lungen heraus wobei die Rippen wieder zusammen kommen. Als letztes zieht man den Bauch vollständig ein und presst so die verbleibende Luft vollständig aus.
Wenn man sich angewöhnt, lang und tief zu atmen, wird man langsam Geduld und Ausdauer und eine größere Bewusstheit entwickeln. Bei Reduzierung der Atemzüge auf weniger als 8 pro Minute, beginnt die Hypophyse (reguliert den Hormonhaushalt im Körper) mit voller Kapazität Sekrete abzusondern. Wenn die Zahl der Atemzüge auf weniger als 4 pro Minute reduziert wird, beginnt auch die Zirbeldrüse mit voller Kapazität zu arbeiten, und eine tiefe Meditation ist automatisch die Folge.
Langer, tiefer Atem entspannt und beruhigt und führt zu emotionaler Stabilität.
Durch die erhöhte Aufnahme von Prana (Lebensenergie) werden Blockaden im Nadi- und Meridiansystem beseitigt, was zum Aufbau der Aura, zur Erhöhung der Widerstandskraft und physischer Gesundheit führt. Verminderung von Unsicherheit und Angst sowie eine tiefe, innere Ruhe sind die Folge.
Langer, tiefer Atem hilft, unerwünschte unterbewusste Verhaltensmuster und Süchte (Neigungen) aufzubrechen.
Durch lange, tiefe Atmung entsteht so Gesundheit, unser Bewusstsein erhöht sich, ein tieferer Sinn entsteht und die Verbindung mit dem Göttlichen wird uns bewusst.
Feueratem
Die zweite, fundamentale Atem Form im Kundalini Yoga ist der Feueratem. Feueratem ist eine energetesierende, reinigende Atem Form.
Der Feueratem entfernt Giftstoffe und Ablagerungen aus der Lunge, den Schleimhäuten, den Blutgefäßen und Zellen und reinigt das Blut in 3 Minuten.
Durch die Stimulierung des Solar-Plexus wird Nabelenergie frei gesetzt und zum fließen gebracht, er produziert Energie, geistig und physisch – für das gesamte System.
Feueratem stärkt die „zittrigen“ Nerven und erhöht das Spannungspotenzial des Nervensystems. Er lädt die Aura und das umgebende Kraftfeld auf, um einen größeren Schutz gegen negative Kräfte zu geben. Richtig ausgeführt produziert er im Gehirn einen umfassenden Alpha-Rhythmus und hilft so dem Geist sich zu sammeln. Regelmäßiges Üben des Feueratems erweitert die Lungen rasch.
Feueratem ist eine Bauchatmung wobei sich der Bauch schnell und locker bewegt (ideal 120-150 Atemzüge/Min).
Ein- und Ausatmung sind beide aktiv und gleichlang. Zu Beginn atmet man tief ein um den Brustkorb zu heben, der Brustkorb bleibt während der ganzen Zeit oben.
Der Energiestrom konzentriert sich beim Feueratem am Nabelpunkt. Der Atem geht ziemlich schnell (2- bis 3-mal pro Sekunde), ununterbrochen und kräftig ohne Pause zwischen dem Einatmen und dem Ausatmen.
Beim Ausatmen wird die Luft ausgestoßen, indem der Bauchnabel und der gesamte Bauch so weit wie möglich zur Wirbelsäule hin angezogen werden. Bei dieser Bewegung ist die Brustgegend ziemlich entspannt. Beim Einatmen nutzt man das Herausstoßen der Nabelgegend, um Luft In die Lungen zu pumpen. Ein- und Ausatmung sind beide aktiv und gleichlang, ohne Nachdruck auf Aus- oder Einatmen; beidem wird gleiche Bedeutung beigemessen.
Die anderen sieben Stufen des Raja Yoga sind Yama, Niyama, Asana, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi.
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