Meditation - Dhyana
Aus yogischer Sicht birgt jeder Gedanke das Potential in sich eine Emotion zu werden. Jede Emotion die nicht durch Hingabe (engl. devotion) auf eine neutrale Ebene gebracht wird, erzeugt einen Aufruhr, eine Erschütterung (engl. commotion) und sinkt ins Unterbewusstsein ab. Diese nicht verarbeitete Emotion bzw. dieser Aufruhr erzeugt ein Gefühl von Trennung und innerem Stress. Abgelegt im Unterbewusstsein erzeugt sie nun ein Muster bzw. eine Gewohnheit. Daraus folgt dann ein Lebensstil.
Meditation ist die Kunst diese Gewohnheiten zu brechen, den Geist zu reinigen und für das tägliche Dasein Sorge zu tragen. Dich in den Moment zu holen. Lernen wir, in uns hinein zuhören, können wir die eigenen Reaktionsmuster erkennen und ändern.
Yogi Bhajan: „First you make habits, than habits make you.“
Wir können unsere Gedanken nicht anhalten, den Geist nicht beherrschen, er ist von Natur aus frei. Aber wir können ihn reinigen durch Meditation. Wir können unsere Gedanken auf einen Punkt oder auf ein Wort (Mantra) ausrichten und festhalten. Durch diese relative Stille wird es für unverarbeitete, unterbewusste Prozesse möglich, durch das Bewusstsein verarbeitet zu werden, wobei der Geist gereinigt wird. Das Unterbewusstsein öffnet sich und schüttet sich aus, Du bleibst der stille Beobachter. Alle Gedanken die jetzt hochkommen werden nicht mehr ins Unterbewusstsein absacken.
Der Meditations-Prozess (Samyama) besteht aus 3 Stufen:
- Dharana – Konzentration. Aufmerksamkeit, Gedanken und Gefühle werden auf einen Punkt ausgerichtet und festgehalten.
- Dhyana – Meditation und das daraus folgende Bewusstsein: Nachdem man durch Konzentration einen festen Punkt gefunden hat, öffnet man den Geist um dem inneren Raum zu lauschen, ihn zu ermessen.
- Samadhi – Eins sein, die äußere Form gleicht dem Nichts. Die Trennung von Subjekt und Objekt löst sich auf.
Physiologische Effekte der Meditation
Auch Ärzte haben erkannt, dass Meditation heilend auf Körper und Psyche wirkt. Der Erfolg stellt sich schnell ein. Während der Meditation nimmt der elektrische Hautwiederstand ab (am Hautwiederstand kann man die Angstbereitschaft messen) d.h. mit abnehmendem Hautwiederstand geht die Angst in Richtung Null.
In der Meditation ist der Parasympathikus besonders aktiv. Dieser Teil des vegetativen Nervensystems regelt den Stoffwechsel und sorgt so für Entspannung. Alphawellen treten vermehrt auf, bei länger Meditierenden auch Theta Wellen. Wenn die Region stark aktiviert ist, schlägt auch das Herz langsamer und der Atem wird ruhiger, der Blutdruck sinkt.
Weiterhin fällt in der Meditation die Aktivierung im linken Stirnhirn auf. Sie sorgt offenbar für Optimismus, eine schwache Aktivierung dieser Region kann depressiv machen.
Meditation führt zur Ausschüttung von Neurotransmittern und Hormonen, also von biochemischen Botenstoffen. Der Mensch produziert eine Reihe von körpereigene Drogen: beispielsweise schmerzstillende, morphinähnliche Stoffe (Endorphine), angstlösende, Valium-ähnliche Substanzen (Endovalium), LSD-ähnliche endogene Drogen, anregend wachmachende Neurohormone (z.B. Noradrenalin) oder phantasiefördernde Transmitter Moleküle (z. B. Dopamin). Von den Neuropeptiden seien hier die endogenen Opiate, sprich Glückshormone erwähnt, zu denen die Endorphine und die Enkephaline gehören. Sie hemmen die Schmerzwahrnehmung und schütten in Meditation Betaendorphin aus. Dieses Opiat kann ein überwältigendes Gefühl von Freude, eine tiefe Euphorie erzeugen und ist möglicherweise für die „Süße” des spirituellen Erlebnisses (der Erleuchtung) verantwortlich, von der die Mystiker und Yogis immer wieder berichten.
Meditation ist die höchste Erfahrung von Glückseligkeit. Man kann sie nicht kaufen wie eine Schönheitsoperation und Sie kann nicht durch etwas außerhalb von Dir erzeugt werden.
Yogi Bhajan: „Keiner sollte meditieren oder chanten außer um sich selbst zu erfahren. Dein Selbst ist sehr kostbar. Wenn Du das unendliche Bewusstsein, das Gott ist, erfahren möchtest, kannst Du das nur über das Selbst.“
Die anderen sieben Stufen des Raja Yoga nach Patanjali sind Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana und Samadhi.
Meditation und Forschung:
Auf der Website der medizinischen Datensammlung Medline/Pubmed findest Du über 1000 internationale Forschungsprojekte über Yoga und Meditation (Suchbegriff: Yoga und Meditation).
Im Kundalini Yoga wird Meditation von Anfang an in den Unterricht integriert. Hier geht es zu Yoga Kursen in Frankfurt
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